Australien 2006

20. September 2006

Endlich gings los und vor lauter was muss ich alles machen wurde es nichts mit ausschlafen. Gas abdrehen, alles Elektrische lieber ausstecken und hoffen, dass die Putzfrau net schon anrückt. So gegen 10 bin ich dann Richtung Flughafen gefahren, schnell die outgoing passenger card ausfuellen und dann nur noch warten und hoffen, dass der Flieger auch puenktlich ist. Bevor ich losgefahren bin, hab ich noch schnell geschaut, ob Michis Flieger in Frankfurt puenktlich war und schon mitbekommen, dass er ne halbe Stunde Verspaetung hatte. Der Flug an sich war ok, ich war noch nie so schnell in Japan aber ich war schon a bissle aufgeregt und hab versucht mich mit lesen abzulenken. In Tokyo dann Kilometer laufen und noch schnell die Boarding Karte fuer den Anschlussflug holen. Leider schafft man es in Qingdao noch nicht, beide Bordkarten auszustellen, ist wohl zu kompliziert. Ich hatte ein leicht ungutes Gefuehl, was mein Gepaeck angeht. Immerhin waren die beiden Maedels am Schalter absolut davon ueberzeugt, dass Cairns in Suedamerika liegt. Das Einchecken an sich war schon lustig, die beiden Fachkraefte am Check In konnten naemlich kein Englisch sondern nur Chinesisch und Japanisch. Was sucht denn aber auch ne Langnase in dem Flug? Ein echtes Erlebnis war auch der Duty Free Shop am gross angepriesenen International Airport von Qingdao. Ca. 20m2 und Preise wie vom Mond, auch das Wasser war mit 2 Euro fuer ne Flasche nur schlappe 20 mal teurer als im Supermarkt.

Michi hat in Tokyo schon auf mich gewartet und als ich ihn wiedergesehen hab war erst richtig Anfang vom Urlaub! Wir mussten auf dem Flughafen in Tokyo ca. 4 Stunden rumkriegen, was sich einfach anhoert aber so gross ist der Terminal nicht. Die meisten Laeden sind alle ausserhalb, so dass wir uns am Ende halt auf eine Bank gelegt haben und es leider keinen Starbucks Kaffee gab. Ich hab mich in meine Cosmo vertieft waehrend Michi geschlafen hat, er hatte ja immerhin 7 Stunden Zeitverschiebung und 11 Stunden Flug in den Knochen. Der Flug nach Cairns war ziemlich ok, wir hatten ne Dreierreihe fuer uns. Das beste an Quantas sind sicher nicht die recht alten Maschinen. Dafuer sind die Stewarts (echte Aussies) sehr unterhaltsam, vor allem wenn sie den Japanern erklärt haben, dass es Hühnchen gibt. Stellt Euch einfach einen Ententanz mittem im Flieger vor!

21. September

Nach ein bisschen Schlaf Landung um 5.20 Uhr in Cairns bei bewoelktem Himmel – endlich down under. Unser Auto konnten wir aber eh erst ab 8 abholen, zum Glück hatte zu der Uhrzeit schon ein Cafe auf und nach einer Tasse Kaffee und was zu essen erst mal auf die ziemlich bequemen Baenke im ersten Stock. Ich hab gelesen und Michi geschlafen, zumindest versuchsweise. Leicht benebelt ging es dann mit einer ungespraechigen Taxifahrerin zu 4WD Hire zum Auto holen. Diesmal ein Toyota Landcruiser mit Dachzelt, natuerlich mit Allrad und ohne Streckenbeschraenkung. Frank hat uns dann das Auto erklaert und noch einige Tipps und Infos zur Strecke und Reparaturwerkstaetten auf Cape York gegeben. Danach gings mit einem zweiten Ersaztreifen im Gepaeck los.

In Cairns hat mich dann ein bissle der Einkaufswahn gepackt, hey ich kann ich Qingdao halt nichts kaufen, zumindest keine Klamotten. Also erst mal Hosen und T-Shirts damit ich auch was zum Anziehen hab. Das Wetter wurde auch immer besser und wir hatten blauen Himmel. Nachmittags sind wir dann mit dem voll geladenen Auto (Vegemite, Tim Tams, XXXX) an der Kueste entlang Richtung Cape Tribulation gefahren wo wir auf dem Noah Beach NP Campground nen Platz gebucht hatten. So kurz vor Sonnenuntergang waren wir auch dort, aber leider stand schon jemand auf unserm Platz. Ne famliy mit kleinem Kind – die hatten sich schon Sorgen gemacht wir wuerden nimmer auftauchen und hatten schon mit dem Ranger telefoniert der uns mal schnell auf einen andern Platz ausgelagert hat. Waere an sich kein Problem gewesen, aber auf dem andern Platz standen ebenfalls schon Leute, die sich aber nach einem Telefonat mit dem Ranger verzogen haben. Also haben wir zum ersten Mal das Dachzelt aufgeklappt, nicht wirklich einfach weil die Anleitung absolut bescheuert geschrieben war. Kaum hatten wir das Zelt aufgeklappt kam ein Auto mit zwei Leuten, die scheinbar den Platz gebucht hatten. Nach ein bisschen hin und her haben wir und den Platz geteilt. Der Familiendad kam dann noch mit was zu Trinken und wir haben uns ueber seine Reiseplaene und unsere unterhalten. Danach endlich ins Bett und wieder frische Luft und australischen Himmel genießen.

22. September

Die erste Nacht im Dachzelt und ich muss sagen ich hab schon lange nicht mehr so gut geschlafen. Draussen zwitschern die Voegel und die Sonne scheint. Da der Campground direkt am strand liegt sind wir natuerlich noch ein bissle am Strand entlang gelaufen und haben die Sonne genossen und den blauen Himmel. Ich wusste ja schon gar nicht mehr wie der Himmel aussieht wenn man ihn ohne Smog sieht. Dank der frischen Luft musst ich auch ziemlich husten, meine Lungen waren den vielen Sauerstoff vermutlich einfach nicht mehr gewohnt. Ueber den Bloomfield Track ging es Richtung Norden nach Musgrave. Die Strecke sind wir letztes Jahr in die entgegengesetzte Richtung gefahren und wieder haben mich die steilen Streckenabschnitte umgehauen. Leider kriegt man das nicht wirklich auf ein Foto! Geplant war urspruenglich den Crebb Track zu fahren, vorbei an den Roaring Meg Falls, leider war der Track aber aufgrund schlechten Strassenzustandes immer noch gesperrt. Die Strecke nach Musgrave war insgesamt ziemlich gut, leztes Jahr wars viel hoppliger und wir waren sehr viel langsamer vorangekommen. Noch vor Sonnenuntergang fuhren wir dann durchs Gate des Campgrounds am Musgrave Roadhouse und abends gabs Burger, Sandwich und Bier. Es war schoen warm und der Sternenhimmel so klar, dass man die Milchstrasse sehen konnte. Die Dusche tat auch verdammt gut und fuer mich wars der Abend, an dem ich zum ersten Mal wieder ein bisschen abschalten konnte und nicht mehr an China gedacht hab. Unsere besoffenen und singenden Nachbarn haben uns dann noch ein bisschen wach gehalten.  

Karte Cape York
Mehr Infos findet Ihr auf http://www.exploroz.com

23. September

Im Zelt schlaeft man verdammt gut, so gut hatte ich schon seit Monaten nicht mehr geschlafen. Nachdem wir gemuetlich gefruehstueckt hatten und unser Zelt verstaut war fuhren wir als letzte vom Platz. Gut so toll ist der Platz net aber die ganzen Angler sind teilweise wirklich hektisch um 6 los. Die Fahrt bis zum Iron Range National Park war weniger holprig als gedacht. Superlustig war allerdings, dass mitten auf der Strecke Schilder standen „Roadwork Ahead“. An sich ja ok, aber mitten in der Pampa auf ner Piste kam das recht unerwartet. Erst dacht ich, dass die halt die Schilder mal wieder vergessen haben, aber nur so lange bis da eine Flag Frau stand und die Bagger die Strasse unter sich begraben haben. Ziel der Fahrt war der Campground am Chili Beach, fuer den man sich an der Ranger Station anmelden muss. Die Self Registration Station is ein bisschen schwer zu finden und als wir nach ein bisschen rumfahren endlich dort waren, gabs ne doofe Ueberraschung. Chili Beach war gesperrt, inklusive der Zufahrtsstrasse dorthin weil ein Cyklon den Kuestenabschnitt verwuestet hatte. Tja, dumm gelaufen dass wir die Strecke umsonst gefahren sind...so wirklich viel mehr gibts naemlich nicht. Unser Ausweichcampground war am Gordon Creek, ist eigentlich nur ein einziger Platz aber viel besser als die Plaetze ca. 2km vorher, wo man inmitten von verfallenen Goldgraeberhaeusern zelten kann. Kaum hatten wir das Zelt aufgestellt kam auch schon der an Einsamkeit leidende Ranger vorbei, der ziemlich gerne quatschen wollt. Von dem haben wir dann erfahren, dass die Strasse zum Chili Beach nicht in seine Zusatendigkeit faellt und wir da ruhig fahren koennten...zelten koennten wir auch, gibt halt keine Klos, BBQs und Tische. Dafuer wuerde er dafuer dann auch kein Geld verlangen...schraeger Vogel. Da wir nicht genau wussten, was machen blieben wie die Nacht zusammen mit tausenden Moskiton, Krabbelkaefern und Muecken am Gordon Creek. Der Campground hat sich die goldene Himbeere fuer den miestesten Platz des Urlaubs verdient. Gratuliere!  

24. September

Wegen den Muecken, Krabbeltieren und Moskitos gabs kein Fruehstueck. Nach ein bisschen Diskussion (ich wollt net) fuhren wir die gesperrte Strasse zum Chili Beach, die absolut nicht schlimm war. Nur der letzte Abschnitt war ein bisschen weggespeult. Chili Beach an sich ist sicher traumhaft wenn alles sauber ist. Durch den Zyklon wurde aber saemtlicher Dreck im Merr an den Strand gespuelt, entwurzelte Palmen lagen rum und es stank ziemlich fuerchterlich. Solltet Ihr mal in die Gegend kommen, unbdingt 2 Tage einplanen – der Strand ist einfach traumhaft.

Zurueck auf der einzigen Zugangsstrasse ging es bis zur Abzweigung auf den Frenchmans Track, der uns einige Kilometer nach Norden bringen sollte. Der Weg an sich ist ne ziemlich holprige Angelegenheit, teilweise ausgewaschen und schmal. Fuer 10km haben wir fast 40 Minuten gebraucht bis wir an den Pascoe River kamen. Laut unserm OffRoad Buch eine der schwierigsten Durchfahrten auf der Cape York Insel. Naja gut, die Abfahrt sah abenteuerlich aus aber der Fluss an sich war gar kein Problem. Dooferweise war die andere Uferseite verdammt steil, ausgefahren und voll mit Sand. Trotz vielem Probieren und einige Anlaeufen mit Aesten und Schwung wollte das Auto einfach nicht nach oben und blieb immer wieder auf 3/4 Weg stecken. Ende vom Lied war, dass Michi rueckwaerts durch den Fluss fuhr und wieder auf der Anfahrtsseite hoch. Die ganze Aktion hat ca. 1h gedauert aber ich hatte schon so ein bisschen das Gefuehl, dass ich nen Sonnenbrand gekriegt hab. Zurueck bis zur Hauptstrasse und das Gehatsche auf der Hauptstrasse Richtung Norden. Insgesamt wars ein Umweg von gut 50km und wir kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit auf die eigentlich interessante Strecke bis zum Cape York: The Old Telegraph Track. Kurz nach Beginn der alten Strecke uebernachteten wir am Palm Creek und ich hab rausgefunden, dass die kurze Zeit in der Sonne gereicht hat, um mich in ein Streifenhoerchen zu verwandeln.

START OVERLAND TELEGRAPH TRACK
Reihenfolge der Creeks ab Bramwell Junction: Palm Creek - Ducie Creek - South Alice Creek - North Alice
Creek - Dulhunty River - Bertie Creek - (Gunshot Creek wurde umfahren) - Cockatoo Creek - Sailor Creek - Canal Creel - Sam Creek - Mistake Creek - Cannibal Creek - Cypres Creek - Bridge Creek (Nolans Brooke) - (Jardine River per Fähre)

25. September

Vom Palm Creek ging es weiter auf dem Old Telegraph Track, die alten Telegrafenmasten sieht man recht uns links der Strasse umgenickt liegen. Der Track ist ziemlich schmal und windet sich auf kürzester Strecke in Richtung Cape York. Ziemlich auffällig ist die breite Schneise, die die Telstrajungs derzeit genau neben der Strecke in die Landschaft graben. Es sollen Glasfaserkabel bis nach Bamaga gelegt werden. Die erste Flussdurchfahrt war der Dulhunty River, keine Problem und mit super Plätzen zum Campen. Weiter durch den Bertie Creek der etwas steinig ist aber im Prinzip auch keine Probleme gemacht hat. Der nächste Creek wäre der Gunshot, für den es extra eine Umfahrung gibt, da immer wieder Fahrzeuge stecken geblieben sind und Gunshot als härteste Durchfahrt auf dem Old Telegraph Track bekannt ist. Die Umfahrung ist anfangs gut ausgebaut aber wird auf dem Weg zurück zur Originalstrecke ziemlich eng. Natürlich sind wir aber zum Anschauen mal an den Gunshot gefahren und na ja...die Nordseite ist machtbar, der Creek an sich plätscherte ziemlich langweilig vor sich hin aber die Südseite hats wirklich in sich. Insgesamt gabs dieses Jahr 4 Möglichkeiten zu fahren, eine war schlammig ohne Ende und die andern 3 so steil, dass man entweder nicht hochkommt oder das Auto irgendwas verliert. Apropos, direkt am Creek gibt’s einen Baum mit dem Schild Gunshot Spare Parts – da liegen abgerissene Autoteile rum. Vom Old Telegraph Track ging es dann für einige Kilometer auf die Bypass Road, einer Schotterpiste die auf einer längeren Strecke auch ans Cape York führt. Nächster Stop waren die Fruit Bat Falls, leider musst ich mir das Baden verkneifen weil ich meinen Sonnenbrand nicht in die Sonne halten wollte und meine Schulter bei jeder Bewegung ziemlich weh getan hat. Am Ufer des Flusses wachsen fleischfressende Pflanzen und direkt am Parkplatz gibt’s Bänke – ideal für ein kleines Picknick. 

Inzwischen wars schon Nachmittag und wir beschlossen an den Elliot Falls nur ca. 8km weiter nördlich zu übernachten. Auf der Strecke fing das Auto an, seltsame Geräusche von sich zu geben. Vorne links hats immer wieder metallisch geklappert – Michi hat dann rausgefunden dass wir wohl ein Gummiteil am linken Stoßdämpfer verloren hatten. Am Campground wurde das dann provisorisch mit nem Küchenhandtuch und Kabelbinder repariert. Die Elliot Falls sind herrlich zum schwimmen und Dreck abwaschen – man kann sich die Wasserfälle anschauen, in Rock Pools planschen oder einfach nur faul rumschwimmen. Die Abkühlung war für den Sonnenbrand ziemlich gut. Entgegen allen Infos aus Büchern ist der Campground echt nicht schlecht, die einzelnen Stellplätze sind recht gross und es gibt Wasser.

 

26. September

Der Sohn unsere Motorradachbarn fing morgens früh an mit seinem Minimotorrad rumzufahren, am letzten Abend hat er sich auf dem tragbaren DVD Player Zeichentrickfilme angeschaut. Die waren ziemlich gut ausgerüstet. Nachdem das Zelt wieder gepackt war und alles im Auto verstaut ging die Fahrt weiter zum Canal Creek, perfekt zum Campen und mit ziemlich felsiger Durchfahrt links – nichts die geradeaus nehmen. Weiter zum Sam Creek, der an sich nicht wirklich schwierig ist, zumindest nicht für Autos. Leider wars wohl zu viel für einen Motorradfahrer, den wir dort gefunden haben. War ein Japaner, der am Tag davor mit seinem Motorrad stecken geblieben war und es nicht mehr anwerfen konnte. Er war alleine unterwegs und hatte schon einige tausend Kilometer hinter sich (Start in Perth) – brauchte aber diesmal dringend einen Abschleppdienst. Erst mal hat er ein bisschen Wasser bekommen und wir haben abgemacht, dass wir den Leuten an der Fährstation 50km weiter nördlich Bescheid sagen werden. Weiter auf dem Weg nach Norden lag der Mistake Creek, vor dem wir dann auf die Bypass Strecke fuhren, was aufgrund der miesen Strecke ziemlich lange dauerte. Wir hatten eigentlich vor erst ein paar Kilometer weiter nördlich auf die Bypass Strecke zu fahren aber da wir unbedingt noch am selben Tag am Cape ankommen wollten beschlossen wir, die schnellere Bypass Strecke zu fahren. Auf der Hoppelstrecke waren wir dann innerhalb einer Stunde an der Jardine River Fähre und konnten denen wegen dem Motorradfahrer Bescheid sagen. An der Tankstelle dort gibt es auch die Tickets für die Fähre zum Wucherpreis von 88$ für Hin- und Rückfahrt die jeweils sage und schreibe 2 Minuten dauert.  

Weiterfahrt nach Bamaga und endlich wieder ein bisschen Beton unter den Reifen. Der Ort Bamage selber ist ziemlich unspektakulär aber glücklicherweise gibt’s ne Reparaturwerkstatt in der Malcolm Douglas Bruder (jedenfalls sieht er so aus) der Chef ist. Nach ein bisschen hin und her und morgen oder heute brummte es nur, wir sollen gegen 3 wiederkommen. Die Zeit bis dahin haben wir mit einkaufen und Seisa anschauen verbracht. Das Auto war dann innerhalb weniger Minuten wieder fit, es mussten nur zwei neue Shockies eingebaut werden und das Klappern war verschwunden. An der Tankstelle haben wir dann unsern Japaner wieder gesehen, eigentlich viel zu schnell für jeglichen Abschleppdienst...keine Ahnung wie er in der kurzen Zeit sein Motorrad wieder zum Laufen bekommen hat, aber er verschwand ziemlich schnell als er uns gesehen hat. Mit vollem Tank fuhren wir weiter Richtung Norden und übernachteten an der Punsand Bay. Der Campground  gehört sicher nicht zu den schönsten, aber er war nicht voll und der Strand ist wirklich richtig schön. Bisschen doof sind die Duschen, die sind nämlich verdammt klein und man kann sich kaum drin drehen.

Für Abendunterhaltung haben dann unsere Nachbarn gesorgt – Daniel und Eva aus Mainz mit ihrem Landrover. Er hat ihr die Heldentaten des Tages diktiert und obwohl die beiden dieselbe Strecke gefahren waren wie wir, müssen sich die Flüsse bei denen in reißende Ströme verwandelt haben die das Auto fast mitgerissen haben. Wenn ihr Euch das mal selber durchlesen wollt: www.wt15.de, ist teilweise zum Brüllen.

27. September

Nach einem letzten Blick auf den Strand an der Punsand Bay ging es auf einer kleinen und ziemlich sandigen Strecke Richtung Cape York. Die letzten Meter bis zum Tip muss man zu Fuss zurücklegen, das Auto wird an der ehemaligen Pajinka Wilderness Lodge geparkt. Wir waren im Nachhinein froh, dass wir nicht extra hergefahren sind um dort zu Campen, die Lodge ist nämlich wirklich verdammt verlassen und nicht erst seit letztem Jahr geschlossen. Nach ein bissle Klettern ist man dann endlich am Ziel, dem nördlichten Zipfel des australischen Kontinents. Der Wind zerzaust die Haare und wir waren zum Glück fast allein mit traumhafter Aussicht auf die vorgelagerten Inseln und das türkisfarbene Meer. „We’ve made it to the Tip!“

Bevor wir wieder Richtung Süden fuhren, machten wir einen Abstecher zu den Somerset Ruins, den man sich ruhig sparen kann. Es lohnt sich nur, wenn man dort übernachten will, dann kurz vor den Ruinen links den Berg runterfahren, keine Sorge weil’s so steil es! Untern gibt es einen traumhaft weißen Sandstrand und kleine Plätze zum Campen, man sollte allerdings nicht zu weit nach links – da gibt’s dann nur noch einige Gräber. Auf dem Weg zurück nach Bamaga sahen wir einige Buschbrände und es wurde ziemlich rauchig, bevor wir den Asphalt wieder verließen schauten wir noch bei einige Flugzeugwracks aus dem zweiten Weltkrieg vorbei.

 Einige Kilometer vor der Jardine River Ferry kann man an den Jardine River fahren und sich die alte Durchfahrt ansehen, von der eigentlich nur noch eine leicht ausgefahrene Uferböschung übrig ist. Da wir an dem Tag zeitlich ganz gut dran waren entschieden wir den nach der Fähre auf der nächsten Abzweigung zurück auf die OTL zu fahren um auch ja keine Durchfahrt auszulassen. Am Nolan Creek klappten wir unser Dachzelt aus und genossen eine ruhige Nacht am plätschernden Bach mit angenehm wenigen Moskitos.

28. September

Nachts regnete es mal wieder und auch am Morgen sah der Himmel grau aus und wir warteten auf noch mehr Regen. Auch der kaputte Kaffeedrücker trug nicht zur guten Laune bei, aber immerhin war die Regenpause lang genug, um das Dachzelt ein wenig trocken zu kriegen. Bis zur nächsten Durchfahrt am Logan Creekwar die Strecke ziemlich holprig und sehr ausgewaschen mit tiefen Löchern. Obwohl die Durchfahrt nirgends erwähnt war, könnte man sagen, dass sie wirklich nicht ohne ist. Dafür ist der Cypress Creek an sich kein Problem, da es nicht durchs Wasser geht sondern über die abenteuerlichste Brückenkonstruktion, die ich je gesehen habe.

Auch der Cannibal Creek hat trotz seinem Namen keine Schwierigkeiten gemacht, dadurch hatten wir nur noch eine Durchfahrt vor uns und zwar am Mistake Creek, bei dem wir auf der Fahrt ans Cape umgedreht waren. Die Auffahrt in südlicher Richtung sah steil und sandig aus und ich hatte ziemlich Bammel, dass wir stecken bleiben würden. Entgegen allem Zittern hat Michi das Auto aber ohne stecken zu bleiben durch- und hochgefahren und wir waren bald wieder am Sam Creek, diesmal ohne stecken gebliebenen Japaner. An den Fruit Bat Falls haben wir noch mal halt gemacht und die Füße ins Wasser gehalten. Das Wetter war immer noch sehr bewölkt aber es sah nicht mehr nach Regen aus. Die Bypass Strecke bis Bramwell und Moreton Station war der Horror, unendliches Geholpere und klappernde Zähne, man wird durchgeschüttelt und sehnt sich nach den Flussdurchfahrten der OTL. Der Vorteil der Bypass Road ist allerdings, dass man sehr viel schneller vorankommt und man muss somit nicht die ganze Strecke zweimal fahren. Die Nacht verbrachten wir dann auf dem Campground des Archer River Roadhouse, der um einiges schönes ist als der am Musgrave Roadhouse. Campen kann man auch im Flussbett, da war allerdings schon die Hölle los. Natürlich haben wir auch einen Archer Burger gegessen - steht in jedem Reiseführer und ich fand die vegetarische Variante auch superlecker, Michi ist aber immer noch Fan des Musgrave The Lot Burgers.

29. September

Nach einem geschmacksneutralen Kaffee vom Roadhouse wieder Richtung Süden und Einkaufsstopp in Coen, einer der größten Städte der Cape York Halbinsel. Gegen Mittag hatte Michi dann die Gelegenheit zum direkten Vergleichstest mit dem Musgrave Roadhouse Burger mit dem Ergebnis, dass der wirklich besser sein soll. Am Roadhouse biegt die Straße zum Lakefield National Park ab, in dem wir im letzten Jahr auch schon übernachtet haben. Diesmal gab es allerdings entlang der Straße eine Buschbrände, dafür aber einige Roadworker beim Straße umbaggern. In der Red Lily Lagoon gibt es wirklich schöne, große Wasserpflanzen und einige Kraniche und Vögel. Nur wenige Kilometer weiter liegt der Hann River Crossing Campground mit einige Self Registration Plätzen. Da wir nicht sicher waren ob wir den Platz toll finden sollten, fuhren wir weiter zum Kalpowar Campground, der aber blöderweise knallvoll war. Nach kurzem Gespräch mit dem Ranger durften wir uns auf einen der Commercial Plätze stellen und genossen einen faulen Abend auf dem Campground. Der Fluss an dem der Campground führte diesmal sehr viel mehr Wasser als im vorigen Jahr, so dass die Strasse komplett überschwemmt war. Trotz Warnschild, dass vor kurzem Krokos gesichtet wurden haben wir keine gesehen - ich fands gut, Michi aber schade. Im Klohaus haben wir dann einen Klofrosch entdeckt, genauso grün wie unser Klofrosch Nummer 1 von 2005.

30. September

Immer noch keine Krokodile, zum Glück! Nach dem Frühstück gabs erst mal eine kalte Dusche zum wach werden bevor wir weiter Richtung Old Laura fuhren. Der Mangobäume dort sind uralt und die einzelnen Hütten sind mit Infos über das alte Leben auf einer Cattle Station gespickt. Um nicht wieder dieselbe Strecke wie im letzten Jahr fahren zu müssen, beschlossen wir über Old Battle Camp nach Cooktown zu fahren. Die Strecke windet sich über Kilometer durch hügelige Landschaften und bietet wirklich schöne Ausblicke auf die Battle Camp Range. Wer also etwas Zeit hat sollte hier entlang fahren und nicht die asphaltierte Route über Laura nehmen. Wenige Kilometer vor Cooktown geht es Outback dann in Weideland über und es gibt wieder grasende Pferde und Rinder. Cooktown an sich ist immer gut für eine Portion Fish and Chips am Hafen bei Guilt 'n' Gutt'd - T42! Zum Auffüllen der Vorräte fuhren wir dann noch schnell beim einzigen Supermarkt der Stadt vorbei wo es auch endlich eine lecker nach Zitronen riechende Creme für meinen inzwischen mit Brandblasen übersäten Rücken gab. Was lernt man daraus: Immer cremen und niemals unter Schutzfaktor 40...doof, dass ich auch beim 5. Mal die australische Sonne unterschätzt hatte. Vorbei am Black Mountain National Park fuhren wir nochmal den Bloomfield Track in nach Cape Tribulation, die Strecke ist einfach schöner als der Highway und auch kürzer. Am 30. September fand auf der Strecke das Wallaby Festival statt. Zwei Tage mit Open Air Musik, BBQ - daher war auf der Strecke etwas mehr los als beim Hochfahren. Die Nacht verbrachten wir auf dem Cape Trib Campground - wenns geht sollte man vermeiden, dort bleiben zu müssen. Der Noah Beach Campground ist sehr viel schöner, dazu noch günstiger hat aber natürlich keine Waschmaschine oder Duschen. Leider muss man Noah Beach aber vorbuchen und daher landeten wir zusammen mit halb Deutschland auf einem dem zweitgrässlichsten Campground des Urlaubs. Einzig die Lager direkt am Strand ist schön und es war auch nicht schlecht, mal ein paar Klamotten vom roten Staub befreien zu können. 

1. Oktober

Nach Tagen im Auto und auf Staubstrassen wollten wir ein wenig Bewegung zu Fuß haben - Aufstieg zum Mount Sorrow. Laut Infobroschüre eine Strecke für die man 5-7h einplanen sollte, wir dachten die Angaben wären wir immer um 100% übertrieben. Die erste Herausforderung ist, den Start des Wegen zu finden, der links in Richtung Cooktown kurz nach dem Ende des Apshalts zu finden ist. Hätten nicht einige Autos an der Straße geparkt wären wir wohl 3 mal dran vorbeigefahren. Der Anfang des Weges liegt in dichtem Regenwald und sollte von oben tolle Ausblicke auf die Küste bieten. Tja, die Aussicht genießen kann man auf dem Weg nach oben nicht, es geht permanent steil nach oben und der Weg an sich ist nicht wirklich einfach, da man teilweise über Wurzeln und umgefallene Baumstämme klettern muss. Auch die stacheligen Wait A While sind manchmal nervig wenn man dran hängen bleibt und sich die Hände aufreißt. Die Ausschilderung hingegen ist wirklich klasse und notwendig auf den insgesamt 3.4 km. Das letzte Drittel der Strecke ist hammerhart, ich war kurz davor wieder umzudrehen aber ein paar Leute die von oben kamen meinten es sei nicht mehr weit. Das war dooferweise glatt gelogen! Immer weiter nach oben bis es eine kleine Lichtung gibt bei der man zum ersten mal an die Küste sehen konnte. Dort hören dann auch die Wegweiser auf - danach kommt eine kleine Kletterpartie die meine Höhenangst ein bisschen herausgefordert hat bevor man am Ende des Weges nochmal Felsen hinaufklettern muss und endlich aus den Bäumen rauskommt. Der Ausblick war wirklich klasse!

Oben teilten wir uns die Sitzplätze auf den Felsen mit einigen deutschen Schülern samt Lehrerin. Wie auf dem Campground waren auch am Mount Sorrow fast nur Deutsche unterwegs - ein Pärchen, eine Schulklasse, bayrische Bagpacker und 2 Jungs einer mit Flip Flops der andere barfuss. Der Weg zurück war nicht wirklich viel schneller als berauf, vor allem weil es steil bergab geht und man teilweise rutscht - ich war heilfroh über meine Wanderstiefel und frag mich bis heute wie man das barfuss hinkriegen kann. Ich hab mir bei Runterlaufen irgendwelche Bänder gedehnt und musste humpeln...Fazit für den Mount Sorrow: Ja die Aussicht ist klasse aber die 5h waren nicht übertrieben und es ist wirklich verdammt anstrengend sich da hoch zu quälen. Nachdem ich erst mal ne Flasche Wasser getrunken hab und den Dreck halbwegs von den Beinen gekratzt hatte fuhren wir weiter um uns ein bissle zu belohnen. Eis bei der Tropical Ice Cream Factory! Danach wieder mit der Fähre über den Daintree River um dann abends in Port Douglas anzukommen, wo wir im Tropical Breeze Caravan Park einen Stellplatz bekommen haben. Der Campground ist ganz nett und liegt sehr zentral, ausserdem ist die Besitzerin supernett. Sie wars auch, die uns erzählte dass noch ein Pärchen aus Deutschland an dem Tag mit ihrem Landrover angekommen waren: Daniel und Eva...Hilfe! Das Schlendern durch Port Douglas war nicht wirklich toll - Fuss tut weh und ich kann net richtig laufen. 

2. Oktober

Gemütliches Zusammenpacken und danach erst mal den angeblich schönsten Strand von Port Douglas anschauen, den 4 Mile Beach. Der ist wirklich ganz nett aber teilweise wirklich total überfüllt. Richtung Atherton Tablelands, wo wir an diesem Tag hinwollten um dort zu übernachten sah es verdammt nach Regen aus. Dunkle Regenwolken wohin man schaute, nur über Port Douglas war der Himmel blau und die Sonne schien. Da Wolken auch schnell verschwinden können wollten wir erst mal abwarten wie sich das Wetter entwickeln würde und gingen ein bisschen einkaufen und frühstücken ins Soul + Pepper am Hafen, absolut empfehlenswert. An den Füßen eines Kellners haben wir dann zum ersten Mal die neuen Kultschuhe aus Australien gesehen: Ugg Boots waren vorgestern, heute trägt man Crocs - die sehen aus wie Gartenschuhe aus Plastik und sind sogar in rosa erhältlich. Auf dem Weg zurück zum geparkten Auto kamen wir an einem der besten Fischrestaurants in Port Douglas vorbei, dem 2 Fish. Ohne tischreservierung geht hier gar nichts, das hatten wir am Abend davor schon rausgefunden. Michi reservierte also sicherheitshalber mal nen Tisch zum draußen sitzen und kurze Zeit später war klar, dass das Wetter in den Tablelands wohl nicht mehr besser werden würde. Also eine weitere Nacht auf dem Campground, diesmal aber auf einer Unpowernd Site - wo man um einiges mehr Platz hat als auf den Powered Sites. Eva und Daniel waren immer noch da...

Abends gabs dann im 2 Fish suuuuuuuperleckeren Fisch und Garnelen - also wenn ihr in Port Douglas seid unbedingt einen Tisch reservieren und selber ausprobieren, auch in Cairns gibts ein 2 Fish Restaurant, sicherlich genauso gut. Kurz vorm Dessert (schleck) fings dann an wie aus Kübeln zu schütten, zum Glück konnten wir aber in einer trockenen Phase ohne nass zu werden zum Campground rollen.

3. Oktober

Neben uns sind 2 Kölner damit beschäftigt, Ihr Britzdachzelt zu packen und man kommt über die verschiedenen Dachzelttypen ins Gespräch. Die beiden sind auf dem Weg nach Brisbane und waren im Lakefield unterwegs - natürlich tauschen wir ein bisschen Erfahrungen aus und geben Tipps für die Strecke entlang der Ostküste. Da wir wie immer auf der Suche nach Aboriginal Paintings waren gabs einen Stopp in einer Art Gallery in Port Douglas, wo wir von einem geschleckten Vollverkäufer fast ne halbe Stunde vollgesülzt wurden. Unbedingt meiden wenn ein langhaariger Kerl im beigefarbenen Anzug irgendwo zu sehen ist. Ohne Bild fuhren wir dann nach Kuranda in den Atherton Tablelands um uns in der Doongal Art Gallery umzusehen, wo wir im Jahr davor schon Paintings gekauft hatten. 
http://www.doongal.com.au/
Michi hat diesmal hier nichts gefunden, dafür hab ich mich gleich in ein Bild verguckt und es schlussendlich auch gekauft oder besser gesagt ich habe in Kunst investiert. Bepackt mit Bilderrolle und auseinandergebautem Holzrahmen fuhren wir dann in Richtung Cairns direkt zum Reef Fleet Terminal um Tickets für eine Schnorcheltour zu buchen. Wir hatten es schon am Abend zuvor telefonisch versucht aber leider gabs nur ausgebuchte Trips. Daher wollten wir direkt bei den Leute versuchen noch 2 Plätze für den nächsten Tag zu ergattern und zwar auf einem der Boote, das nicht zu einer Plattform fahren und auch nicht voll bepackt mit 200 Leuten zum Riff gondeln. Die Auswahl war ziemlich beschränkt - ok es gab nur ein Boot und zwar die Silverswift für die wir auch noch ohne Probleme Tickets bekamen. Am besten war aber der komplette Service von Roxy - die hat uns gleich noch mit nem Platz auf dem Campground versorgt und eine absolut geniale Karte gezeichnet, damit wir auch ja hinfinden. Bevor aber alle Geschäfte in Cairns mal wieder zumachen mussten wir natürlich noch ein bisschen bummeln gehen. Am Ende des Tages hatte auch Michi ein Bild gefunden und wir konnten zum Campground fahren. Der Coconut Beach Campground liegt etwas ausserhalb der Stadtzentrum ist aber wirklich ziemlich gut und gehört zur Big4 Gruppe. Total lustig wars, als ich gleich mal eine Rundfahrt im Golfwagen über den gesamten Komplex bekommen habe, leider gibts kein Foto von mir im Golfwagen mit dem riesigen Nemo auf dem Dach. Der Abend war dann voll mit Auto putzen, Klamotten waschen und Zeug ausmisten. 

4. Oktober

Heute hieß es früh aufstehen, da wir um 7 abgeholt wurde um zum Reef Fleet Terminal zu fahren. Da wir die ersten auf der Strecke waren bekamen wir auch gleich noch ne kleine Stadtrundfahrt und kennen jetzt vermutlich fast alle Hotels in Cairns. Nach einer Stunde waren wir endlich im Hafen und konnten nach ein wenig Wartezeit auf die Silverswift. Ich fands leicht dämlich, dass wir gleich mal Fotos von uns machen lassen mussten - na klasse. Wegen des bewölkten Himmels und starker Windböen wars bei der Fahrt raus ans Riff ziemlich kalt und die See sehr wild. Das Boot und die Leute auf der rechten Seite waren nach kurzer Zeit total klatschnass und ich denke wir waren alle froh, als wir an der ersten Schnorchelstelle vor Anker gingen. Eingequetscht in Wurstpellen (aka Neoprenanzug) und mit Hilfe von snorkel sausages (passt gut zusammen, oder?) schwebten wir über Riff und hatte jede Menge Gelegenheit die Fische und Korallen zu bewundern. Leicht ungemütlich wurde es nur aufgrund der niedrigen Temperaturen und des Riffhais, der auftauchte. An Bord zitterten wir uns wieder halbwegs warm bis es am nächsten Stopp nach einiger Überwindung (bibber, kalt) wieder ins Wasser ging. 

Es hat sich total gelohnt, da das Wasser um einiges tiefer war und unheimlich große schwärme blauer Fische unterwegs waren denen es nichts ausmachte, wenn man ein paar Meter mittendrin mitschwamm. Dank der vielen gelben Fische und eines großen grauen konnten wir die Kälte fast vergessen. Beim dritten Stopp waren wir nach 20 Minuten so durchgefroren, dass wir schnell wieder aus dem Wasser kamen und uns hungrig auf Buffet stürzten. Die Fahrt zurück haben wir dann geschlafen und zwar nicht mehr oben auf dem Sonnendeck sondern innen drin, wo es halbwegs warm war. Zurück in Cairns wars richtig angenehm, da die Sonne noch schien und es angenehm warm war. Obwohl ich mich eingecremt hatte gabs auch diesmal wieder einen Sonnenbrand und zwar auf den Waden - wieder aua! Zum Abendessen fuhren wir in den Red Ochre Grill, diesmal leider ziemlich enttäuschend und damit auf der Must Do Liste für Carirns fürs nächste Mal gestrichen!

5. Oktober

Und wieder halbwegs früh aufstehen um das Auto bei Frank zurückzugeben - Geld für die Shockies haben wir wiederbekommen und ansonsten war alles ok. Super Service war auch, dass wir noch zum Flughafen gebracht wurden von wo aus wir anschließend mit Jetstar nach Melbourne flogen. Mein Bild durfte selbst mit Holzrahmen als Handgepäck in den Flieger, das sollte bei den weiteren Flügen anders sein. Unser Timing mit Jetstar war ziemlich gut, da erst zwei Tage zuvor Sitzplatzreservierungen bei der Fluglinie eingeführt wurden und wir somit nicht mit Ellbogen um gute Plätze kämpfen mussten. Nach der Landung in Melbourne und nachdem auch unser Gepäck mit uns angekommen war ging es mit dem Skybus zur Southern Cross Station nur 300m vom gebuchten Hotel entfernt. Das Batman Hills on Collins liegt sehr zentral, nur wenige Minuten zu Fuß und man ist mitten drin im Gewimmel der Großstadt. 

Nicht nur das Wetter haben für nen kleinen Schock gesorgt, es ist auch immer wieder komisch wenn man plötzlich von so vielen Menschen umzingelt ist und davor einige Tage lang im Nichts war. Aber natürlich gewöhnt man sich sehr schnell wieder an die Zivilisation, vor allem wenn das Shopping Gen wieder aktiviert wird und das geht in Melbourne ziemlich problemlos! Statt zu Fuß zu gehen kann man auch bequem Tram fahren, Tickets gibts in den einzelnen Waggons und man kommt fast überallhin. Zum Abendessen waren wir dann Japanisch essen, nicht das überall zu bekommende Sushi sondern wirklich japanische Leckerein wie Hijiki und gegrillten Shake! Der kleine Spaziergang durch Chinatown war dann schnell vorbei, da wir wirklich kurz vorm Erfrieren waren. 

6. Oktober

Der zweite Teil der Reise beginnt wirklich und zwar mit der Übernahme unseres Kea Campers in Melbourne. Bevor wir allerdings mit unserem indischen Taxifahrer Richtung Übernahmestation fuhren, hatten wir noch ein paar Stunden Zeit um durch Melbourne zu streifen. Mit der kostenlosen Circle Tram ging es zuerst zu den Victoria Markets deren Klamotten und Kitschstände fest in chinesischer Hand sind. Zum Glück gibt es aber auch andere Stände mit Obst, Gemüse, Delikatessen und frischem Fisch, so dass man wirklich einiges zu sehen hat. Interessant waren auch die hohen Bananenpreise, bis zu 14 Dollar pro Kilo da große Teile der Ernte durch Zyklone zerstört wurden. Vom Markt aus machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Melbourne Central wo ich endlich Hosen fand, die passten und auch noch lang genug waren. http://www.veronikamaine.com.au/ 

Unser Kea Camper war die angenehme Überraschung des Tages: Neu mit nur wenigen Kilometern und mit Fernseher und DVD Player! Nachdem wir unser neues Zuhause mit Wasser, Essen und allem andern Nötigen vollgepackt hatten fuhren wir über Geelong entlang der Surf Coast in Richtung Great Ocean Road. 

Die Orte entlang der Straße fallen vor allem durch die vielen Kirchen auf, allesamt alt und ziemlich schön. Die Landschaft erinnert stark an Europa und das Wetter war noch immer nicht wirklich brillant australisch, was den Eindruckt noch verstärkte wieder zuhause zu sein. Entlang der Strecke bot sich der Cape Otway National Park zum Übernachten an, leider ist die Ausschilderung total bescheiden und wir fanden erst nach Einbruch der Dunkelheit den Weg zum Shark Campground mitten im Wald. Zuerst waren wir mit seltsam röhrenden Tieren noch allein auf dem ziemlich kleinen Platz, der an einem kleinen Tümpel liegt und keine Klos oder sonstige Einrichtungen hat. Leider kamen noch einige Surfer die sich dann die andern Plätze unter den Nagel rissen. Die erste Nacht in unserm Flip Flop Camper war halbwegs ruhig, aber wegen der seltsamen Geräusche hab ich mich nachts nicht rausgetraut...die Auflösung was für Tiere es waren sollte am nächsten Morgen für ne Überraschung sorgen.

7. Oktober

Ein kalter Morgen in Victoria - zum Glück muss man nicht aus dem Auto raus und kann innen drin gemütlich frühstücken. In der Nacht hatten wir außerdem gelernt, dass man nicht oben schlafen sollte, das ist erstens kalt und zweitens zu zweit tierisch unbequem. Nach einem kurzen Blick nach draußen hat sich herausgestellt, wer die seltsamen Geräusche von sich gegeben hatte: Koalas! Die hingen einfach faul auf den Ästen rum und bewegten sich nur ab und an mal, einfach irre wenn man sie zum ersten Mal in freier Wildbahn sieht. Auch auf der Fahrt entlang der Küste lief uns ein Koala über den Weg, irgendwie hatte sich der arme Kerl an die Straße verirrt, wo es weit und breit keine Bäume gab. Er lief total hektisch an der Straße entlang und sorgte für einiges Chaos, vermutlich hat er sich so viel bewegt wie in seinem ganzen Leben davor noch nicht. Zwei Australier hatten schon die Koala-Hotline angerufen um dafür zu sorgen, dass der Koala auch bald wieder Eukalyptusbäume abnagen kann.

Die Fahrt auf der Great Ocean Road die hinter Apollo Bay beginnt ist atemberaubend, mit jeder Kurve sieht man die Steilküste und das Meer, dazu noch blauer Himmel und erträgliche Temperaturen.

    

Jeder einzelne Aussichtspunkt ist herrlich - einige sind noch viel schöner und bieten bessere Aussichten als der bekannteste auf die 12 Apostel. Schöner ist die Loch Ard Gorge, The Arch und mein persönlicher Favorit die Bay of Islands im Sonnenuntergang. Eine weitere kalte Nacht verbrachten wir auf einem nicht wirklich schönen Campground in Warrnambool - einer der grösseren Städte an der Strecke. 

8. Oktober

Nur noch eine Woche bis zum Rückflug - seufz. In Warrambool schauten wir dann noch vor der Weiterfahrt in Richtung Grampians National Park an einem der Aussichtspunkte zur Walbeobachtung vorbei, aber es war verdammt windig und leider konnten wir keine Wale ausfindig machen. Bisschen wehmütig nahmen wir dann Abschied von der Küste und fuhren ins Landesinnere vorbei an Farmland, das einen ans Allgäu erinnerte. Grüne Wiesen, grasende Kühe wohin das Auge reicht. In Dunkeld bekamen wir in der Tourist Informationen einige Broschüren zum Nationalpark und hätten am liebsten den Hund mitgenommen, der sich von allen Besuchern erst mal ausgiebig streicheln lässt. Mit dem Besitzer des Hundes hab ich mich übe Arbeiten in China unterhalten, da sein Sohn als Englischlehrer erst in München war und derzeit in Hongkong lebt. Die Weiterfahrt nach Halls Gap war interessant, plötzlich sieht man die Berge der Grampians und drumherum nur flaches Land. Die Wonderland Range Höhepunkte des Parks waren leidern allesamt gesperrt, da im Februar 2006 Buschbrände fast 60% des Parks verbrannt haben und noch sehr viel Aufbauarbeit ansteht bevor alles wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Leider kann man daher nur die Silverband Falls kurz vor Halls Gap ansehen, ganz nett aber nicht der große Bringer. Groß angepriesen wird das Brambuk Kaffee am eigentlichen Visitor Center des Parks, wo wir sowieso hinmussten um das Camping Permit zu kaufen. Im Kaffee gibt es Bushtucker Food, darunter Wattle Seed Cappuccino und Känruguh Steaks. Natürlich wollten wir was probieren und das Bestellen war auch kein Problem aber die Leute dort sind soooooooooooooooowas von unorganisiert, dass wir nach über einer Stunde immer noch nichts bekommen hatten ausser dem Kaffee, der von allem noch am besten war. Kurz nach Halls Gap windet sich die Straße dann in die Berge und man erreicht bald den REid Lookout, wo es uns vor lauter Wind fast umgeweht hätte. Auf dem Weg zu den Balconies wurde es ein bisschen wärmer, aber auch nur bis wir den Aussichtspunkt erreicht hatten. Ich persönlich find die Landschaft sehr viel beindruckender als die Felsformation an sich.

 Nachdem wir einige Fotos gemacht hatten wollten wir uns den Smith Mill Campground ansehen, ganz nett aber er hat uns nicht ganz überzeugt. Daher fuhren wir weiter zu den McKenzie Falls und dort die Treppen hinunter und wieder nach oben. Vorbei am Picknickplatz Zumsteins, leider ohne die berühmten Känguruhs, zum Stapylton Campground. Dort haben wir auch zum ersten Mal richtig ferngesehen!

9. Oktober

Wieder eine kalte Nacht aber dafür statt des Regen vom Vortag strahlend blauer Himmel. Um mal wieder ein wenig Bewegung zu bekommen beschlossen wir nach der Besichtigung des Ngamadjidj Shelters und des Manja Shelters auf den Mount Hollow zu klettern. Der Weg ist wirklich super und die Aussicht ebenso, nur wars oben wieder ziemlich frostig. Es gibt mehrere Walking Tracks in den Grampians und man kann sicherlich ein paar Tage dort verbringen, vorausgesetzt auch die Wonderland Range wird wieder geöffnet. Die Weiterfahrt ging über Horseham (wo ich mir schnucklig warme Schaffellfüßlinge gekauft hab) und Bordertown nach South Australia. Vor der Grenze stehen die altbekannten Quarantäneboxen, in denen man Obst und Gemüse zu entsorgen hat. Endziel des Tages war Victor Harbour wo wir nach einem Stopp am Pink Lake und in Tailem Bend gegen Abend auf dem Campground ankamen. Erst dort haben wir gemerkt, dass es zwischen Victoria und South Australia einen Zeitunterschied gibt - Uhren werden eine halbe Stunde zurückgestellt.

10. Oktober

Und mal wieder zeitig aufstehen um rechtzeitig zur ersten Fähre nach Kangaroo Island in Jervis Bay zu erwischen. Das hat auch wunderbar geklappt, allerdings haben uns die Schulferien einen Strich durch die Rechnung gemacht, die Fähren waren bis um 13 Uhr ausgebucht. Also mussten wir nur schlappe 4 Stunden totschlagen und das in einem Kaff wos nur einen Laden gibt und sonst nicht wirklich viel. Auch für die Rückfahrt konnten wir nicht die gewünschte Fähre kriegen sondern erst eine um 11 Uhr, was bedeutete dass wir keine Zeit mehr für Adelaide haben würden. Die Überfahrtspreise sind extrem saftig, insgesamt haben wir über 320 Dollar hingeblättert. In nur 45 Minuten erreichte die Fähre bei strahlendem Sonnenschein Penneshaw, wo wir erst mal im Supermarkt die wichtigsten Dinge eingekauft haben. Die Information im Dorf sollte man wenn möglich meiden, die Dame war a) total unfreundlich und b) total uninformiert. Das Übernachten auf der Insel ist nämlich eine halbe Diplomarbeit - es gibt verschiedene Parks für die man jeweils unterschiedliche Permits braucht. Vor Ort kann man nur die wenigstens mit Self Registration belegen, das heißt ohne zu wissen wo es wirklich schön ist muss man sich entscheiden wo man bleiben will. Dank Handy konnten wir einen Platz an der Snake Lagoon reservieren, obwohl die Tante meinte es sei überall überfüllt war dort gar nichts los. Da der Übernachtungsplatz gesichert war, konnten wir in Ruhe die Mordroute in Richtung Flinders Chase National Park fahren. Auf der Strecke liegen Cliffords Bee Farm (leckeres Honigeis und Honigsorten von ligurischen Bienen), Pure Sheep Milk Dairy (Schafskäse und Joghurt) und viele tote Känguruhs. Das Visitor Center des Flinders Chase NP war bereits zu als wir ankamen - die Straße zur Snake Lagoon zweigt kurz dahinter ab und ist ziemlich ruppelig. Für mich wars einer der schönsten Plätze überhaupt mir viel Platz und wirklich toll gelegen. Außer uns war nur ein Auto dort - dazu noch kleine blaue Vögel und jede Menge Ameisen am Klohaus. Die Temperaturen waren auch noch ohne Sonne richtig angenehm und die Nacht wurde endlich mal nicht kalt und stürmisch.

11. Oktober

Zum Aufwärmen gabs am nächsten Morgen den Snake Lagoon Hike entlang des Rocky Rivers bis zu seiner Mündung ins Meer. Der Weg fürht zuerst durch den Busch und später dann entlang des Flussbetts bis man schließlich durch den Sand zu einer kleinen Bucht gelangt. Die Sonne schien und es war endlich wieder richtiges T-Shirt Wetter. Auf dem Rückweg gabs dann auch noch einiges zu sehen, zuerst lief uns ein Echidna über den Weg, danach dann noch 2 Warane!

Zurück am Visitor Center haben wir brav die Eintritts- und Campinggebühren für den Park bezahlt bevor wir uns auf den Weg zu Admirals Arch machten. Der Arch an sich ist schon sehenswert, am allerbesten sind allerdings die Robben auf den vorgelagerten Felsen, denen man beim Planschen stundenlang zusehen könnte. Nicht weit entfernt befinden sich die Remarkable Rocks, die von weitem nicht so spektakulär aussehen wie die Küste selbst. Von nahem aber ist es der Hammer und man kommt aus dem Fotografieren nicht mehr raus.

Entlang der South Coast Road fuhren wir anschließend zum Vivionne Bay Campground, beschlossen aber dort nicht zu übernachten sondern den nächsten Stopp in der Little Sahara zu machen. Mittendrin befinden sich auf einmal Sanddünen und nach der zweiten Düne fühlt man sich ein wenig wie in der Wüste. Danach kam allerdings der Höhepunkt: Seal Bay. Auf jeden Fall muss man dort eine geführte Tour zum Strand machen um sich aus kurzer Entfernung die Seelöwen ansehen zu können. Den Boardwalk kann man sich dann getrost sparen, so richtig sehen kann man die Tiere von dort aus nämlich nicht.

Vom Guide dort haben wir mitbekommen, dass die höchste Feueralarmstufe ausgegeben wurde und aufgrund der ausgebrochenen Buschbrände auch Vivionne Bay eventuell evakuiert werden würde - unser Glück dass wir die Nacht an der Murray Lagoon verbrachten. Der Campground dort ist einer mit Self Registration und die Plätze sind verdammt großzügig angelegt. Am letzten Campingabend war es auch warm genug um die Campingstühle rauszustellen und nochmal den Sonnenuntergang zu genießen, bevor wir anfangen mussten das Auto ein wenig auszumisten und die Taschen für den Flug nach Sydney zu packen.

12. Oktober

Die Fähre um 11 zu erwischen war absolut kein Problem und so ging es zusammen mit einigen LKWs voller Schafe und Kühe zurück aufs Festland. Entlang der Westküste der Fleurieu Halbinsel fuhren wir dann Richtung Adelaide um unser Auto zurückzugeben und in den Flieger nach Sydney zu steigen. Die Strecke bis zur Abgabestation war nur ca. 80km lang aber die ziehen sich ganz schön, da die Straße sich hinter Jervis Bay durch eine hügelige Landschaft windet. Die Vororte von Adelaide sind geprägt durch Weinbau und ähneln sich allesamt stark. Ein bisschen wehmütig mussten wir unser Auto abgeben und fuhren mit dem Taxi zum Flughafen, diesmal hatten wir einen Virgin Blue Flug, bei dem mein Bild nicht als Handgepäck durchging. Gegen Nachmittag erreichten wir unseren letzten Stopp in Australien - Sydney. Das Pensione Hotel in Chinatown hat zwar eine gute Lage ist aber entgegen den Beschreibungen auf der Website eher ne Jugendherberge. Unser Zimmer hatte zum Beispiel ein Doppelbett und zwei Stockbetten, bis aufs Bad wars eher ziemlich unansehlich. Unseren ersten Abend in Sydney verbrachten wir mit Herumschlendern entlang der George Street zur Victoria Mall und durch die Einkaufspassagen. 

13. Oktober

Ein ganzer Tag in Sydney und Start am Paddy's Market und in den Outlet Stores im ersten Stock. Mit Tüten bepackt dann vorbei an Darling Harbour zurück zum Hotel um die erste Ladung Einkäufe im Zimmer anzulegen. Von dort aus schlenderten wir dann zu Fuß wieder an der George Street entlang Richtung Harbour Bridge und Opernhaus. Auch wenn wir schon einmal durch The Rocks geschlendert waren ist die Aussicht auf die Brücke und das Opernhaus mit der Kulisse der alten Häuser und der Hochhäuser einfach genial. Sydney ist eine perfekte Kombination, die Leute sind locker, man hat das Meer und mittendrin findet man immer wieder alte Gebäude. Am Abend machten wir die letzten Einkäufe und ich fing an, ins Loch zu fallen weil ich bald nach China fliegen würde. 

14. Oktober

Rein in den Flieger nach Tokyo wo wir abends um 18 Uhr gelandet sind, was ziemliches Glück war da der Kerl beim Einchecken unser Gepäck komplett nach Qingdao durchgebucht hatte und Michis Sachen ja nach Frankfurt sollten. Deswegen mussten sie unsere Koffer und mein Bild (wieder kein Handgepäck) wieder zurückholen und das dauerte und dauerte...wir kamen kurz vorm Boarding zum Gate und Freundlichkeit sowie Service bei JAL am Schalter kriegen von mir die Note 6. Das Flughafenhotel in Narita ist mit dem kostenlosen Shuttlebus leicht zu erreichen und der Check In geht verdammt schnell. Die Zimmer sind nicht wirklich schön aber für japanische Verhältnisse ziemlich gross! Zum Abendessen gabs Ramen (Nudelsuppe) gegenüber vom Hotel - danach machten wir mit dem Shuttle Bus noch einen Ausflug nach Narita Downtown und ich fühlte mich wie zuhause. Kleine Gassen und einige kleine Tempel, Automaten wohin man guckt und japanische Luft...ich konnte nur noch daran denken, dass ich nicht nach China sondern bei Michi bleiben will. 

15. Oktober

Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht hieß es dann in der Lobby einchecken, da flossen bei mir zum ersten Mal die Tränen. Leider ging es dort nicht vorwärts und beschloss, am Flughafen einzuchecken und den nächsten Bus zu nehmen. Der Abschied war verdammt schwer - ich muss beim Gedanken dran schon wieder weinen weil es immer noch weh tut so weit weg zu sein. Das Chaos auf dem Flughafen half nur kurz - es war brechend voll und ich kam genau zum Boarding ans Gate, 2.5h nachdem ich angekommen war. Der Flieger nach Qingdao  hob pünktlich ab und mit jeder Minute verblasste die Erinnerung an Australien bis ich um 12 auf dem harten Boden der Tatsachen landete. Qingdao - Gepäck ist alles da - keiner holt mich ab, ich bin allein - es müffelt nach Abgas - das Taxi fällt fast auseinander - der Taxifahrer will mich übers Ohr hauen und der Urlaub ist wirklich zu Ende.

 

zurück


Der Weidenzweig wird durch die Last des Schnees nicht gebrochen.